Das Offene sozial-christliche Hilfswerk (OscH) e.V. ist aus der ökumenischen Kirchenwochenarbeit heraus entstanden. Diese begannen in den 1970er Jahren. In See, einer kleinen evangelischen Gemeinde bei Görlitz, fand damals die erste Kirchenwoche statt. Der Gedanke dazu entstand bei einem Treffen von kirchlichen Jugendmitarbeitern. Wertvolle Anstöße gab der holländische Missionar Frans Schadee, der die Kirchenwochen inhaltlich und geistlich entscheidend mitprägte.

Im Sommer 1974 trafen sich in See 70 junge Christen aus unterschiedlichen Konfessionen. Evangelisation, biblische Unterweisung, gemeinsamer Lobpreis, Seelsorge- und Segnungsangebote, Entdeckung der neutestamentlichen Geistesgaben und Gemeinschaft über die eigenen Konfessionsgrenzen hinaus – das alles war für die Ortsgemeinde und ihre Gäste eine von Gott gewirkte Erneuerung. Viele brachten in den folgenden Jahren Freunde oder Bekannte mit. Sommer für Sommer kamen bis zu 350 junge Leute – viel mehr, als die kleine Dorfkirche von See fassen konnte. 
Eine Besonderheit dieser Arbeit war: Kirchliche Amtsträger ermutigten Laien, sich im Sinne des „allgemeinen Priestertums“ von Gott gebrauchen zu lassen. Referenten aus dem In- und Ausland gaben den Kirchenwochen eine besondere Weite im DDR-Alltag.

Johannes Hartmann, der damalige Pfarrer von See, bat befreundete Amtsbrüder um Entlastung – so begannen in Mohlsdorf/Thüringen, in Kroppen sowie Reichenbach b. Kamenz Kirchenwochen. Bald initiierten die ehrenamtlichen Mitarbeiter Schulungsangebote. Um neue Mitarbeiter für den Dienst in Kirchenwochen und den Ortsgemeinden zuzurüsten, entstand eine umfangreiche Seminararbeit: für Kindermitarbeiter, für Lobpreis und kreative Arbeit, für Eheleute sowie Schulungen für geistliche Leite, Glaubensgrundkurse … 
In dieser Zeit gab es wesentliche geistliche und praktische Unterstützung durch den Christlichen Hilfsdienst Baden-Baden, die Ev. Gemeinde Rosendaal (NL), durch „Jugend mit einer Mission“, „Neues Leben für Familien“ u. a.

In den 1980er Jahren luden weitere Gemeinden zu Kirchenwochen ein. Um die Wendezeit gab es im Osten Deutschlands im Jahr bis zu 20 Kirchenwochen – teilweise mit unterschiedlichen Schwerpunkten, z. B. für Jugendliche, für Familien sowie mit missionarischer und praktischer Ausrichtung. Sie fanden größtenteils in evangelischen Gemeinden, aber auch in Methodistengemeinden und einer katholischen Gemeinde statt.

Mit dieser Entwicklung ging die Suche nach Anstellungsmöglichkeiten für Mitarbeiter und die Einrichtung eines zentralen Büros einher. In der engen Neubauwohnung eines Bautzener Kirchenwochen-Mitarbeiters entstand ein Büro, das bald aus allen Nähten platzte. So kam es 1990 zur Gründung des Vereins OscH e.V. Drei Jahre später konnten wir das Haus in der Goschwitzstraße 15 in Bautzen kaufen, wo bis heute der Verein seinen Sitz hat.

Seit 1994 ging die Zahl der Kirchenwochen zurück, vor allem aufgrund von Pfarrerwechseln. 2019 gibt es nur eine Kirchenwoche in Sohland a. d. Spree, die von der ev.-luth. Ortsgemeinde und einer ev. Freikirche ausgestaltet wird. Parallel zum Rückgang der Kirchenwochen entwickelte sich unter unserem Dach eine Rüstzeitarbeit – zuerst für Teenager, heute für die Altersgruppen von Kindern bis Erwachsenen. Es entstanden auch weitere Dienstbereiche (Mission-Osthilfe, Begegnungsstätten …). Nach wie vor sind wir gemeinsam mit vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern unterwegs, um Einzelnen und Gemeinden im Sinne geistlicher Erneuerung zu dienen.