Ende August machte sich eine Gruppe von sieben Leuten von Tauscha aus auf den Weg nach Vlăhița (Rumänien), um bei den Freunden unseres Vereins im Harghita Camp tatkräftig mitzuhelfen. Die Gruppe hat während dieser Tage ihre Erlebnisse und Gedanken schriftlich festgehalten. Die folgenden Beiträge haben unterschiedliche Leute geschrieben und wir möchten euch gerne daran teilhaben lassen:
28.08.
Wir machen uns auf den Weg, um zu dienen, anzupacken und Gottes Liebe ganz praktisch weiterzugeben. Unser Wunsch: nicht nur Hörer des Wortes zu sein, sondern es zu leben.
„Seid aber Täter des Wortes und nicht Hörer allein.“ Jakobus 1,22
Wir freuen uns auf die Menschen, die uns begegnen, auf gute Gemeinschaft und vor allem darauf, Gott zu erleben und zu entdecken, was er vor Ort tun möchte.
Abends Zwischenstopp kurz hinter der rumänischen Grenze:
Besonders bewegt hat uns die herzliche Gastfreundschaft unserer heutigen Übernachtungsmöglichkeit, ein Pastor und seine Familie in Pericei – mit gemeinsamen Lobpreis, Gegrilltem und offener Gemeinschaft der Jugend vor Ort. Wir sind dankbar für eine behütete, lustige und erlebnisreiche Fahrt und die herzliche Aufnahme hier in Pericei.
29.08.
Nach einem guten Frühstück, gemeinsamer Gebetszeit und dem Segen füreinander haben wir uns auf den Weg ins Harghita Camp gemacht.
Im Harghita Camp angekommen, wurden wir herzlich begrüßt und konnten direkt schon ein wenig mit anpacken und helfen.
30.08.
Ein Höhepunkt des heutigen Tages war der zweistündige Gottesdienst mit ca. 500 Leuten, bei dem wir zwei Lieder singen durften. Es ist immer wieder beeindruckend zu erleben, dass die Sprachbarriere gerade im Lobpreis kaum noch spürbar ist. Ein Gänsehaut-Moment war, als wir gemeinsam, generationsübergreifend „So groß ist der Herr“ auf Ungarisch und Deutsch gesungen haben. Paulus schreibt in Galater 3,28:
„Hier gibt es keinen Unterschied mehr zwischen Juden und Griechen, zwischen Sklaven und freien Menschen, zwischen Mann und Frau. Denn durch eure Verbindung mit Jesus Christus seid ihr alle zusammen ein neuer Mensch geworden.“
Trotz unterschiedlicher Sprachen und Herkunft sind wir ALLE auch über Landesgrenzen hinweg durch Christus miteinander verbunden. Was für ein Geschenk und Segen.
Außerdem durften wir heute für einen weiteren Gottesdienst mit über 500 Teilnehmern bei den Vorbereitungen helfen. Dabei ging die Arbeit im wahrsten Sinne des Wortes Hand in Hand – so packten wir z.B. in Rekordzeit die über 500 Mittagsboxen mit Schnitzel, Grumbli-Salat und Brot in einer Arbeitskette. Ebenso war ganz viel Fingerspitzengefühl beim Einfüllen des Weins in (>500) Shotgläser gefragt… Auch endlose Platten mit Bananen, Äpfeln und Weintrauben verfolgen uns sicher bis in die Träume…
Bei all den Vorbereitungen kamen wir uns beim Verteilen des Essens dann ein wenig vor wie bei der Speisung der…500 (Und auch ähnlich wie in dieser Geschichte blieben mehr als genug Schnitzel fürs Abendbrot übrig :D)

31.08.
Heute war ein warmer Putztag. Die Arbeiten erstreckten sich über mehrere Stunden. Dabei haben wir viele Quadratmeter an Fenstern, Fußböden, Terrassen, Bettlaken, Gehwegen sowie Rasenflächen bearbeitet.
Unseren Mitarbeiterkreis genießen wir in guter Gesellschaft bei lustigen, funkenreichen Lagerfeuermomenten mit Aussicht auf die Milchstraße.
Dankbar sind wir für die arbeitsreiche Zeit, wundervolle Menschen, Gespräche, Wortwitze und gutes Essen hier. Auch sind wir dankbar, dass viele Freunde in Deutschland für uns beten. „Jó éjt!“ (ung.: Gute Nacht)


01.09.
Draußen regnete es heute Morgen Wasser – in der Küche regnete es dagegen 150 kg Aprikosen plus zwei große Stiegen Äpfel, was für uns bedeutete: waschen, entkernen, schälen, schneiden, reiben…
Heute Abend wollen wir euch kurz an unserer kleinen Zwischenreflexion mit der Frage „Wie haben wir Gott in den bereits zurückliegenden Tagen hier erlebt?“ teilhaben lassen:
– Gemeinschaft untereinander: ehrlich, tiefgründig, lustig, wohlwollend, herzlich
– Gemeinschaft mit Menschen aus anderen Kulturen: Verbundenheit miteinander trotz starker Sprachbarrieren in Lobpreis, Anbetung und Gebet: das hat uns mal wieder verdeutlicht, wie klein wir selbst manchmal denken und wie groß Gott im Gegenzug dazu ist und wie er überall derselbe bleibt. – Tiefe Herzlichkeit und Gastfreundschaft erleben wir durch reich gedeckte Tische, Offenheit, Anteilnahme aneinander und vielen kleinen liebevollen Gesten sowie in gemeinsamen Gesprächen, die manchmal auch nur mit Zeichensprache funktionieren.
– “Alles was ihr tut, geschehe zur Ehre Gottes“ – 1. Korinther 10, 31 – Auch wenn uns manche Aufgaben und Arbeiten nicht wirklich Freude bereiten, tun wir es doch mit Blick auf den, für den wir es machen. Was für eine Gnade, dass Gott uns diesen Fokus gibt und die Kraft mit anzupacken.
02.09.
Mit messerscharfem Verstand haben wir heute Vormittag einige Kilo an Chilis und Paprikas verarbeitet. Und bald geht es so richtig los, denn gerade reisen 180 Jugendliche und Erwachsene an, die wir dann ab dem Mittagessen für mehrere Tage beköstigen dürfen. Dann heißt es Schrittzähler anwerfen und Tische eindecken, Essen und Trinken nachfüllen, abwaschen, abwaschen und abwaschen.
03.09.
Follow us around: A day in our life in Romania:
7 Uhr: Lobpreis & Gebet in unserer Kleingruppe
7:30 Uhr: Start der Frühstücks- und Mittagsvorbereitung für die Gäste
8:30 Uhr: Frühstücksbuffet für die Kids und Teens
9:30/10 Uhr: Frühstück für uns
Ab 10 Uhr: Mittagsvorbereitungen
12:30 Uhr: Die 3-Gänge-Schlacht am Esstisch beginnt
14:30/15 Uhr: Mittagessen und Pause
17 Uhr: Abendessen vorbereiten
18:30 Uhr: Abendessen betreuen
gegen 20 Uhr: Abendessen
anschließend rumänischen Lobpreis genießen
Ab 22:30/23 Uhr: Träumen von Essen, Abwasch und vielen Menschen



05.09.
Ein letztes Mal: Jó reggelt (Guten Morgen) aus Vlahita! – müde und traurig, wie schnell die Zeit nun doch vorbei ist – aber erfüllt mit ganz viel rumänischer Gastfreundschaft und Herzlichkeit, sind wir jetzt auf dem Rückweg.
06.09.
Hinter uns liegen intensive und wertvolle Tage voller Begegnungen, Erlebnisse und Wirken Gottes. Wir sind gesegnet, erfüllt und mit vielen Eindrücken im Herzen gut daheim angekommen.
Jetzt sind wir wieder alle verstreut und starten in unseren Alltag. Dabei lassen sich Gedanken wunderbar Revue passieren:
Mir ploppt dabei sofort eine Sache auf: Als wir bei zwei rumänischen Gottesdiensten dabei waren und ich mich im vollen Raum umschaute, dachte ich: „Wow… Ich kenne wirklich wenig Menschen auf dieser Welt! Aber Gott kennt sie alle. Und das nicht nur ein bisschen, sondern er hat sie alle geschaffen und kennt sie bis ins kleinste Detail und interessiert sich für Jeden!“

Und dann musste ich an Psalm 139 denken: „HERR, du hast mein Herz geprüft und weißt alles über mich. Wenn ich sitze oder wenn ich aufstehe, du weißt es. Du kennst alle meine Gedanken. Wenn ich gehe oder wenn ich ausruhe, du siehst es und bist mit allem, was ich tue, vertraut. Und du, HERR, weißt, was ich sagen möchte, noch bevor ich es ausspreche. Du bist vor mir und hinter mir und legst deine schützende Hand auf mich. Dieses Wissen ist zu wunderbar für mich, zu groß, als dass ich es begreifen könnte! […] Du hast alles in mir geschaffen und hast mich im Leib meiner Mutter geformt. Ich danke dir, dass du mich so herrlich und ausgezeichnet gemacht hast! Wunderbar sind deine Werke, das weiß ich wohl. Du hast zugesehen, wie ich im Verborgenen gestaltet wurde, wie ich gebildet wurde im Dunkel des Mutterleibes. Du hast mich gesehen, bevor ich geboren war. Jeder Tag meines Lebens war in deinem Buch geschrieben. Jeder Augenblick stand fest, noch bevor der erste Tag begann. Wie kostbar sind deine Gedanken über mich, Gott! Es sind unendlich viele.“ (Psalm 139, 1-6/13-17)
Und dann dachte ich noch an folgende Verse: Johannes 3,16-17: „Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern das ewige Leben hat. Gott sandte seinen Sohn nicht in die Welt, um sie zu verurteilen, sondern um sie durch seinen Sohn zu retten.
Und genau diese Zusagen Gottes gelten für mich und jeden anderen Menschen!
(Anm. der Redaktion: Wenn ihr euch fragt, warum in Rumänien ungarisch gesprochen wird, dann gibt es dafür eine Erklärung: Vlăhița liegt in einem Teil von Rumänien, in dem historisch bedingt fast ausschließlich ethnische Ungarn leben)